Wald in der Klimakrise – Auswirkungen auf unseren Alltag

Als Stadtteilgruppe der Grünen in Dornberg fühlen wir uns verbunden mit der Natur und setzen uns gegen Missstände ein. Am Sonntagvormittag, den 26. Mai 2024, laden wir deshalb zu einem Waldspaziergang mit Führung ein. Dabei soll es speziell um „Wald in der Klimakrise“ und die Auswirkungen auf unseren Alltag gehen. Nach wie vor ist das Thema aktuell, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle etwas in den Hintergrund geraten sein sollte. Im Mai 2022 waren wir bereits einmal unter Führung des NaBu an anderer Stelle unseres Waldes in Höhe der Uni Bielefeld unterwegs. Schon damals ging es auch um das Waldsterben und seine Auswirkungen.

Dieter Wortmeier, zuständiger Förster in Bielefeld, wird diesmal die Führung übernehmen und dabei anhand von Beispielen auf das Thema eingehen. Auch soll anhand von Wiederbewaldungstypen aufgezeigt werden, wie man dem begegnen will. Andreas Wiebe, grüner ehemaliger Leiter des Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein – Westfalen wird an Führung und Diskussion teilnehmen.

In dem Zusammenhang kann man sicherlich auch auf die Frage eingehen, wo es gegenüber 2022 Fortschritte gegeben hat. Gibt es erste Erfolge? Und wenn ja, woran kann man sie erkennen?

Start ist um 11:00 Uhr der Parkplatz an der Gaststätte „Schwedenfrieden“. Der Spaziergang dauert ca. 1 ½ Stunden und ist kostenlos.

Andreas Wiebe hatte als scheidender Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW der NW ein Interview gegeben („Die Klimakrise rast“: So steht es um die Wälder in NRW). In diesem Interview erklärt er, wie der Forst in Zukunft verändert werden muss und welche Rolle die Jagd dabei spielt. Hier sind die zentralen Aussagen des Interviews in kompakter Form:

Bedeutung des NRW-Waldes fürs Klima:
Der Wald ist eine große CO₂-Senke, bindet mehr CO₂ als die Landwirtschaft und trägt durch Holz als Ersatz für Beton, Stahl und Aluminium sowie durch Energiegewinnung aus Restholz wesentlich zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Transformation der Wirtschaft bei.

Veränderungen des Waldes in NRW:
Die Wälder sind naturnäher geworden: mehr Mischwälder, ältere Bestände, mehr Totholz und steigende Artenvielfalt. Gleichzeitig haben Stürme, Dürre und Borkenkäfer massive Schäden verursacht – rund 150.000 Hektar Fichtenwald sind verloren gegangen. Ein großer Teil des verbleibenden Waldes muss dringend an den Klimawandel angepasst werden.

Anpassung an den Klimawandel:
Entscheidend ist Vielfalt – bei Baumarten und Altersstrukturen. Auch Baumarten aus wärmeren und trockeneren Regionen sollen genutzt werden, da sich die klimatischen Bedingungen dauerhaft verändern.

Rolle der Jagd:
Der Waldumbau gelingt nur mit angepasster Jagd. Zu viele Rehe verhindern durch Verbiss das Anwachsen neuer Bäume. Ziel ist nicht Ausrottung, sondern ein standortangepasstes Wildmanagement.

Windräder im Wald:
Andreas Wiebe befürwortet Windenergie im geschädigten Wald ausdrücklich. Sie ist wichtig für die Energiewende, kann naturverträglich umgesetzt werden und bietet Waldbesitzern nach hohen Verlusten eine wirtschaftliche Perspektive.