Infoabend der Dornberger Grünen zu Balkonkraftwerken
Selbst Strom erzeugen auch als Mieter und ohne Budget für eine große PV-Anlage auf dem Dach? Das geht eigentlich ziemlich einfach mit einem Balkonkraftwerk, aber manches ist dabei dann doch zu beachten. Und wer es genauer wissen wollte, konnte sich darüber am 23.2. beim Offenen Abend der Grünen Stadtteilgruppe Dornberg mit dem Experten Jonas Nassal-Schellinger, Chef des Bielefelder Unternehmens „solarbi“, informieren.
Großes Interesse und fundierte Einblicke in Balkonkraftwerke
Ganz offensichtlich hatte die Stadtteilgruppe mit der Veranstaltung einen Nerv getroffen, denn der Publikumsandrang war groß und die Erwartungen ganz offensichtlich hoch, und: Sie wurden erfüllt! In seinem Vortrag klärte Nassal-Schellinger differenziert und allgemeinverständlich nicht nur über die technische Seite der kleinen Kraftwerke mit bis zu 800 Watt Leistung auf, sondern ging auch auf soziale Aspekte bei deren Installierung und natürlich auf Fragen ihrer Wirtschaftlichkeit ein. Von der Lebensdauer von Solarmodulen (erfreulicherweise mindestens 25 bis 30 Jahre) bis zu den unterschiedlichen Typen von Stromspeichern – es gibt welche, die man im Fall eines totalen Stromausfalls anzapfen kann – reichten dabei die technischen Erläuterungen. Ab 15 Grad Neigungswinkel, so der Experte, seien Solarmodule selbstreinigend, riet aber dazu, gerade die leicht erreichbaren Module von Balkonkraftwerken zweimal im Jahr kurz zu reinigen.
Hürden für Mieter gesunken – Investition rechnet sich schnell
Zwar sind die Barrieren für Mieter, die ein Balkonkraftwerk installieren wollen, weitgehend gefallen, trotzdem empfahl Nassal-Schellinger, Vermieter rechtzeitig in die eigenen Pläne einzuweihen und auch die Nachbarn einzubeziehen, die möglicherweise ästhetische Bedenken gegen die neuen Anlagen haben könnten. Die Anschaffungskosten bezifferte er im niedrigen vierstelligen Bereich – bei Eigenmontage sogar noch darunter – und rechnete mit einer Amortisierung der Investitionskosten nach etwa fünf Jahren. Nicht zuletzt erfreulich für die Kunden sei der sich fortsetzende rasante Preisverfall bei der Speichertechnik.
Kein Wunder, dass es nach so viel Information jede Menge Nachfragen aus dem Publikum gab, Fragen denen man anmerkte, dass der Trend zur Solarenergie dem fossilen Lobbyismus in der Bundesregierung zum Trotz auch in Bielefeld ungebrochen ist. Und so wurde der Referent denn auch mit lebhaften Applaus verabschiedet. Aber nicht endgültig: Sofort nach Veranstaltungsende bildete sich bei ihm eine kleine Schlange von Interessierten, die es noch genauer wissen wollten.
Die Präsentation kann man sich weiter unten anschauen oder hier herunterladen.