AnsprechBAR in Dornberg: Viele Gespräche, viele Ideen – trotz sommerlicher Hitze
Am vergangenen Samstag waren wir mit unserer AnsprechBAR am Lohmannshof präsent. Unser Ziel war einfach: mit den Menschen in Dornberg ins Gespräch zu kommen, zuzuhören und zu erfahren, was die Menschen in unserem Stadtteil bewegt.
Der Aufbau war dank unseres technisch durchdachten Pavillons schnell erledigt. Doch schon nach wenigen Minuten zeigte sich: Dieser Nachmittag würde schweißtreibend werden. Als sich die Sonne im Laufe des Tages verlagerte, bot der Pavillon immer weniger Schatten. Ein kleiner Gesprächskreis zog deshalb unter die nahegelegenen Bäume um, wo die Diskussionen in angenehmer Atmosphäre fortgesetzt wurden.
Trotz der hohen Temperaturen wurde das Angebot sehr gut angenommen. Besonders gefragt waren an diesem heißen Sommertag unsere kühlen Getränke, die von vielen Besucherinnen und Besuchern dankbar angenommen wurden. So entwickelte sich schnell eine entspannte Atmosphäre, die den Rahmen für zahlreiche Gespräche über die Zukunft Dornbergs bot.
Dornberg im Gespräch
Besonders gefreut hat uns die große Vielfalt der Menschen, die das Gespräch mit uns suchten. Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Schülerinnen und Schüler, Handwerker, Selbstständige und Familien nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Viele Besucherinnen und Besucher begrüßten ausdrücklich, dass wir auch außerhalb von Wahlkämpfen niederschwellige Gesprächsangebote machen und ansprechbar sind.
Für einen kleinen Schmunzler sorgte eine Gruppe Jugendlicher, die beim Vorbeigehen spontan rief: „Euer Habeck ist klasse!“
Auch der spontane Besuch von Joachim Volz, Kandidat für die Aufstellung im Landtagswahlkreis 94 Gütersloh I – Bielefeld III, sorgte für gute Gespräche. Sein erster Kommentar beim Blick auf die Anzahl der Personen lautete: „Boah, seid ihr viele!“
Die Wahlversammlung zur Aufstellung des Wahlkreiskandidaten/der Wahlkreiskandidatin findet im übrigen am 11. Juli statt.
Mobilität und Barrierefreiheit beschäftigen viele Menschen
Ein zentrales Thema vieler Gespräche war die Mobilität in Bielefeld.
Mehrfach wurde der Wunsch nach sicheren, gut ausgebauten und besser instand gehaltenen Radwegen geäußert. Ebenso wichtig war vielen Menschen die Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr. Besonders eindrücklich schilderte eine Besucherin die Schwierigkeiten ihrer Freundin, die mit dem Rollstuhl unterwegs ist. Ohne fremde Hilfe könne sie den Spalt zwischen Bahnsteig und Stadtbahn häufig nicht überwinden.
Auch die Fahrweise im öffentlichen Nahverkehr wurde angesprochen. Einige Bürgerinnen und Bürger wünschten sich eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen älterer Fahrgäste und mobilitätseingeschränkter Menschen.
Mehr Grün für ein besseres Stadtklima
Großen Raum nahmen auch Fragen des Klima- und Umweltschutzes ein.
Genannt wurden unter anderem:
- die Umwandlung von Schottergärten in begrünte Flächen,
- Dach- und Fassadenbegrünungen,
- öffentliche Trinkwasserspender,
- ein Kneippbecken für Dornberg,
- sowie das sogenannte „Abpflastern“ versiegelter Flächen.
Viele Menschen wünschen sich, dass versiegelte Flächen wo immer es geht verschwinden und wieder Platz für mehr Grünflächen geschaffen werden. Ziel ist ein besseres Stadtklima, mehr Aufenthaltsqualität und mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen direkt vor der eigenen Haustür.
Daneben wurden zahlreiche weitere Themen angesprochen. Dazu gehörten die fehlende Beleuchtung an einigen Orten, die Gestaltung des Kreisels am Zehlendorfer Damm, die Parkplatzsituation in bestimmten Bereichen Dornbergs sowie die langfristige Sicherung landwirtschaftlicher Flächen. Die Bandbreite der angesprochenen Themen spiegelte die Vielfalt der Interessen und Anliegen in Dornberg wider.
Treffpunkte und Begegnungsorte fehlen
Ein weiteres Thema war der Wunsch nach mehr Orten der Begegnung.
Mehrere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner sprachen sich für eine Bäckerei oder ein Café im Bereich Lohmannshof aus. Auch die Idee von niedrigschwelligen Treffpunkten für junge Menschen in Universitätsnähe wurde diskutiert.
Eine internationale Studentin berichtete, wie schwer es ihr falle, nach ihrem Studienortwechsel nach Bielefeld soziale Kontakte zu knüpfen. Neben dem Studium arbeite sie als Werkstudentin und verfüge weder über viel Zeit noch über große finanzielle Spielräume. Sie wünsche sich mehr kostenfreie Begegnungsmöglichkeiten für junge Menschen.
Bildung und Studium
Auch die Situation von Studierenden wurde thematisiert. Ein Jurastudent schilderte die hohe Belastung durch die Stofffülle seines Studiums und plädierte für eine stärkere Konzentration auf wesentliche Inhalte. In diesem Zusammenhang wurde auch Kritik am Bologna-Prozess geäußert. Viele Studiengänge seien nicht einfacher, sondern vielmehr verdichteter geworden, wodurch Studierende heute oft unter erheblichem Zeitdruck stünden.
Interesse an politischem Engagement
Besonders gefreut hat uns das Interesse einer Schülerin, die sich bereits in ihrer Schülervertretung engagiert und sich nach Möglichkeiten erkundigte, ein Praktikum bei den Grünen zu absolvieren. Nachdem ihre Mutter zunächst das Gespräch gesucht hatte, kam die Schülerin später selbst noch einmal vorbei, um ihr Interesse zu unterstreichen.
Solche Begegnungen zeigen, dass politisches Engagement und demokratische Teilhabe gerade bei jungen Menschen lebendig sind.
Lob, Kritik und Erwartungen
Neben vielen positiven Rückmeldungen gab es auch kritische Anmerkungen. So wurde beispielsweise angesprochen, dass die Grünen von vielen Menschen als kompetent und klar in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz wahrgenommen werden, manche sich jedoch bei anderen Themenfeldern – etwa der Migrationspolitik – eine deutlichere Positionierung wünschen.
Solche Rückmeldungen nehmen wir ernst. Die AnsprechBAR soll ausdrücklich Raum für Zustimmung, Kritik und neue Perspektiven bieten.
Wir bleiben AnsprechBar
Die vielen Gespräche haben gezeigt, wie wichtig persönliche Begegnungen und direkter Austausch sind. Menschen möchten ihre Sorgen, Ideen und Wünsche mitteilen – und sie möchten erleben, dass ihnen zugehört wird.
Deshalb werden wir das Format AnsprechBAR fortführen. Denn Politik beginnt oft genau dort: beim Gespräch auf dem Marktplatz, vor dem Supermarkt oder unter einem schattigen Baum an einem heißen Sommertag.
Vielen Dank an alle, die vorbeigeschaut, mitdiskutiert und ihre Ideen für Dornberg eingebracht haben. Wir freuen uns auf die nächste AnsprechBAR.