Kinder UND Kröten: Aufruf zur Versachlichung

Aufruf zur Versachlichung

Viele Dornberger*innen sind alarmiert, weil die geplante Sanierung der Dornberger Straße zwischen Bergstraße und Mönkebergstraße und der Einbau von Krötentunneln zu einer viermonatigen Sperrung zwingen. Eine Initiative von Anwohner*innen wirbt mit der Parole „Kinder statt Kröten“ für Unterschriften gegen die Baumaßnahme. Die FDP verlangt, den Bau der Krötentunnel zu verschieben.

Mangelhafte Kommunikation der Verkehrsbehörden

Das von der Oberbürgermeisterin zur Chefinsache erklärte verbesserte Baustellenmanagement ist an dieser Stelle nicht zu erkennen. Die Öffentlichkeit und auch die Dornberger Bezirksvertretung sind erst äußerst kurzfristig von den zuständigen Behörden über die Details der geplanten Baumaßnahmen informiert worden (abschnittsweise Straßensperrungen, Umleitungen für KFZ, Busse und Radverkehr, Dauer der Maßnahme). Daher verwundert es nicht, dass viele Menschen, die diesen Abschnitt der Dornberger Straße regelmäßig befahren, sehr verärgert sind über dieses Kommunikationsverhalten der Verkehrsbehörden. Straßen.NRW hat sich erst auf massiven Druck der Anwohnerschaft zu einer Informationsveranstaltung eine (!) Woche vor Baubeginn bereit erklärt.

Artenschutz beginnt vor der eigenen Haustür

Trotz aller berechtigten Kritik an der verbesserungsbedürftigen Kommunikation der Verkehrsbehörden sollten alle Seiten auch ihr eigenes Verhalten überprüfen. Nicht erst nach der aktuellen Hitzeperiode mit über 4.000 zusätzlichen Todesopfern sollte jeder und jedem klar geworden sein, dass der Schutz unseres Klimas, der uns umgebenden Natur und der mit uns diesen Planeten bewohnenden Tier- und Pflanzenarten eine unerlässliche Voraussetzung für das zukünftige Leben von uns allen darstellt. Artenschutz fängt aber vor der eigenen Haustür an. Daher ist es nur sinnvoll, bei der Sanierung der Dornberger Straße zugleich die sich in jedem Frühjahr wiederholende Krötenwanderung durch den Einbau entsprechender Tunnel mit zu berücksichtigen. Dass Freiwillige in jedem Jahr Krötenzäune errichten und 3.000 Tiere über die Straße tragen, ist aller Ehren wert, kann aber keine sinnvolle Dauerlösung darstellen.

„Kinder und Kröten“ statt „Kinder statt Kröten“

Was soll die von der FDP geforderte Verschiebung der Krötentunnel bewirken? Das würde eine erneute Straßensperrung zu einem späteren Zeitpunkt bedeuten – oder soll hier darauf spekuliert werden, das Projekt gleich ganz zu beerdigen? „Kinder statt Kröten“ ist nur eine wenig hilfreiche Gegenüberstellung vermeintlich widerstrebender Interessen. Richtig wäre es, „Kinder und Kröten“ (sprich: Zukunft und Artenschutz) zusammen zu denken.

Praktikable Lösungen sind gefragt

Der Plan von Mobiel, die Buslinie 24 vorübergehend durch die Mönkebergstraße zu leiten, mag zunächst auf Bedenken stoßen, ist aber unter den gegebenen Umständen sicherlich eine akzeptable Lösung. Busse fahren an vielen Stellen regelmäßig auch durch enge, verkehrsberuhigte Straßen (in Dornberg z. B. durch die Großdornberger Straße). Vielleicht könnte geprüft werden, ob der Autoverkehr (keine LKW!) ausnahmsweise während der Bauphase und geregelt durch eine Baustellenampel einspurig durch die Straße Am Linkberg geleitet und damit die Baustelle umfahren werden könnte? Weitere Vorschläge sind auf der Infoveranstaltung am 20. Juli um 18.00 Uhr im Bürgerzentrum Dornberg willkommen.

Heiko Steinkühler
Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung Dornberg